Camping Perros-Guirec, Bretagne, Frankreich

In Perros-Guirec an der Atlantikküste gibt es viele Campingplätze, kein Wunder, kann man von hier aus doch herrlich die rosa Küste besuchen. Mein Glück war, dass all die empfohlenen Plätze bereits in die Winterpause gegangen waren und ich somit am einzigen Platz landete, der bis 30. September offen hat.

Der Camping Domaine de Trestraou war ein Glücksgriff der ganz besonderen Art. Der Platz liegt direkt am Kai, von wo aus man eine Schiffstour zu den vorgelagerten sieben Inseln buchen kann, die rosa Küste erwandern kann oder einfach in der Sonne sitzt und den anderen Menschen beim Flanieren zusieht. Auch in der Nachsaison hat dieser Stadtteil seinen absoluten Reiz, viele Läden haben noch offen, genauso wie das Spielkasino. Und nach diesem kann man sich wunderbar orientieren, wenn man den Platz finden will, denn das Spielkasino ist perfekt ausgeschildert.

Die Stellplätze sind herrlich groß und liegen zum Teil unter alten Kastanienbäumen oder Apfelbäumen, von den Äpfeln darf man sich so viele nehmen, wie man möchte und sie sind köstlich. Es gibt Wasser und Strom an jedem Platz, die Sanitäranlagen sind groß, beheizt und sehr sauber. An der Rezeption ist man extrem hilfsbereit und hilft bei der Tourenplanung zur „Côte de Granit Rose“, auch in der Nachsaison erhält man noch Kleinigkeiten im Laden. Alles Dinge, die eben nicht selbstverständlich sind, wenn man im Spätherbst noch reist.

Am Platz ist man sehr hundefreundlich und die großen Flächen, die in der Nachsaison nicht mehr mit Zelten belegt sind, eignen sich ganz hervorragend zum Ball spielen. Am Meer ist man in fünf Gehminuten, am Strand sind Hunde nur an der Leine erlaubt – und auch das nur in der Nachsaison.

Nachdem dieser Platz den ganz besonderen Wohlfühlfaktor brachte, den man nur selten wo findet, bekommt er von mir die GOLDMEDAILLE Frankreich 2019. Absolut!

 

 

   

 

 

 

Camping Municipal Siouville, Normandie, Frankreich

Nach meinem Bericht vom Camping Municipal Etretat kann ich hier gleich mal mit dem absoluten Gegenteil aufwarten – auch so kann Camping Municipal funktionieren! Ich kam hierher, weil ich die Dunes de Biville besuchen wollte. Es gibt einige Orte, von denen aus das perfekt möglich ist, Siouville ist einer davon und der „Camping Municipal de Clairefontaine“ hat ganzjährig geöffnet, was die Wahl in meinem Fall klar machte.

Die Parzellen am Platz sind sehr groß und man war bemüht, ein möglichst windstilles Plätzchen für mich auszuwählen. Es kann nämlich durchaus sein, dass hier der Wind vom Meer her sehr stark weht, darum ist Siouville auch als Kiter-Paradies bekannt. Vom Campingplatz sind es nur wenige Minuten zur Dunes de Biville, zum Meer und zur Kiteschule. Auch wenn in der Nachsaison nicht mehr viele Restaurants geöffnet haben, Laden fand ich übrigens gar keinen, also lieber vorher bunkern, ist dieser Platz wunderbar. Das liegt vor allem an der Naturlandschaft, die draußen an der Düne wartet. Kilometerlange Pfade, Dünengras und windgeschützte Ecken zum Ausruhen.

Der Campingplatz ist sehr gut gepflegt, die Sanitäranlagen und die Rezeption wurden im Herbst 2019 neu errichtet. Ausreichend heißes Wasser, windgeschützte Abwaschzeilen, Trinkwasser und das alles zu einem Nachsaisonpreis von 12 Euro, das kann sich sehen lassen. Für einen Dünenbesuch meine Empfehlung: Camping Municipal Siouville!

 

     

 

 

 

Camping Municipal Etretat, Frankreich

Normalerweise berichte ich hier nur von Campingplätzen, die mich absolut überzeugen. Das müssen keine Viersternplätze sein, es geht nicht um Luxus oder Animation, sondern vielmehr darum, dass diese Plätze ein ganz besonderes Flair bieten, eine tolle Lage oder die spezielle Gemütlichkeit, die einen Urlaub zum Urlaub macht. Über den Camping Municipal in Etretat möchte ich dennoch berichten, warum, das erfahrt Ihr hier.

Gleich vorweg: Das Ankunftsszenario auf dem Platz hat mich unglaublich gestört. Wer in der Mittagszeit ankommt, wird auf mehreren Hinweisschildern in verschiedenen Sprachen darauf aufmerksam gemacht, dass es ABSOLUT VERBOTEN ist, sich einen Platz zu suchen, bevor man eingecheckt hat und außerdem STRENGSTENS verboten, sich auf dem Platz zu bewegen, bevor man eingecheckt hat. Da stehen dann nun also acht Wohnmobile mit Insassen, es regnet wie aus Kübeln und die Sanitäranlagen sind mittels Code vor den zu früh Gekommenen geschützt. Diese Anlagen sind, wie sich später zeigt, ungepflegt, die Toiletten werden nicht geputzt (zumindest innerhalb der beiden Tage, in denen ich hier war, nicht) und es ist kalt und ungemütlich. Neben dem Campingplatz befindet sich ein Stellplatz für Wohnmobile, Kostenpunkt 8 Euro pro Nacht. Wer also keinen Landstrom braucht, ist hier genauso gut untergebracht, die Sanitäranlagen sind aber die vom Campingplatz.

Wohlgemerkt, Nachsaison, sprich, Ende September. Vielleicht ist in der Hochsaison alles ganz anders. Und das bringt mich zum Punkt: Die Camping Municipal, also die städtischen Campingplätze, sind sehr oft nicht gut gepflegt und sehr oft ist das Personal unfreundlich. Aber immerhin haben sie geöffnet, oft ganzjährig, meist aber zumindest länger als die großen Plätze! Während die tollen, großen Campinganlagen klarerweise auf Umsatz ausgerichtet sind und darum die meisten Ende September schließen, kann man sich auf den guten alten „Camping Municipal“ auf jeden Fall verlassen. Und es gibt auch sehr schöne städtische Campingplätze, keine Frage! Ein weiterer Pluspunkt für Menschen, die sparsam reisen möchten: Die städtischen Plätze sind vergleichsweise richtig billig. Auf diesem hier zahlte ich pro Nacht 9 Euro, komplett mit Strom und Hund (Stand September 2019).

Warum bin ich also auf diesem Platz geblieben? Es ist der einzige Platz, von dem aus man die Panoramafelsen zu Fuß bequem erreichen kann, Gehdauer ins Stadtzentrum knapp 15 Minuten. Und jeden Morgen punkt halb neun kommt die Bäckerin aus dem Städtchen und bringt frisches Brot. Dabei fährt sie laut hupend über den Platz, man muss sich also niemals den Wecker stellen 😉

Website des Platzes

 

   

 

 

Camping Paris Beau Village, Camping in Paris

Mit dem Bulli in die Großstadt? Nein, danke! Um mir diesen Stress zu ersparen, habe ich einen Campingplatz gesucht, der weit genug draußen ist, um nicht in den Stadtverkehr und Stau von Paris zu geraten und eine gute Bahnanbindung in die Innenstadt hat. Gefunden habe ich den „Camping Paris Beau Village“ über mein ACSI Buch und kann diesen Platz nur weiterempfehlen!

Der Platz liegt 35 S-Bahn-Minuten vom Eiffelturm entfernt in dem kleinen Dorf Villiers sur Orge, das direkt am Erholungsgebiet „Parc Naturel du Perray“ liegt. Ideal also, wenn man mit Hund reist, denn so beginnt direkt am Campingplatz eine richtig große Gassirunde! Der Campingplatz ist familiär geführt, die Mitarbeiter sind unglaublich freundlich und sehr hilfsbereit und an der Rezeption bekommt man alle Informationen für den Paris Besuch. Der Bahnhof ist zehn Gehminuten vom Platz entfernt und die Fahrt mit der Bahn kostet 5,20 Euro pro Strecke, wer also danach nicht weiter mit der Metro fahren möchte, kann dieses einfache Ticket lösen. Soweit die Eckdaten!

Ich habe den Campingplatz als sehr hundefreundlich erlebt, die Stellplätze sind zwischen großen Bäumen, was auch im Sommer genügend kühlen Schatten garantiert. Im Dorf gibt es einen Bäcker, etwa zehn Gehminuten vom Platz entfernt und auf dem Weg dorthin ist auch gleich die Hundewiese, ideal also für die Morgenrunde. Die Preise sind moderat, in der Nachsaison habe ich für Bulli, Mensch und Hund 20 Euro pro Nacht bezahlt.

„Camping Paris Beau Village“ ist ganzjährig geöffnet, hier geht es zur Website und hier zum Facebookauftritt.

Klein Wanda ist müde 😉

 

 

Camping Les Bouleaux, Nationalpark Vogesen, Frankreich

Der kleine Campingplatz am Rand des Dörfchens Vilsberg ist wirklich ein Juwel. Erst wollten wir nur zwei Nächte bleiben, doch das Plätzchen ist einfach zu lauschig. Die Stellplätze sind groß und es gibt überall Bäume, ideal also, wenn man den Schatten sucht, wie ich zum Arbeiten oder für das Hündlein Wanda. Am Platz gibt es Wifi, das völlig ausreichend für kleinere vorhaben ist, wenn man richtig arbeiten möchte, ist es besser, in die Bar zu gehen. Und die ist so gemütlich, dass ich sie zum ersten Camping Coworking auf der Reise September 2019 ernenne 😉

Am Platz spricht man französisch, deutsch, englisch und niederländisch, es gibt Brötchenservice und jeden Abend zwei Gerichte zur Auswahl. Ich versuchte mich an Fisch mit Pommes, absolut in Ordnung für einen Tag, an dem man mal nicht selbst kochen möchte. Die nächsten Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants sind ein Stückchen weg in Phalsburg zu finden, in Vilsberg gibt es leider nicht einmal einen Bäcker. Dafür ist die Bar am Campingplatz einfach gemütlich und der Gastgarten total lauschig und liebevoll gestaltet.

Am Campingplatz ist man extrem hundefreundlich, die Stimmung ist sehr entspannt. Es gibt einen kleinen Pool für die Hochsommertage und von hier aus lässt sich der Nationalpark Vogesen ideal zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden. Für Einsteiger empfiehlt sich der Wanderweg auf der alten Trasse der Eselbahn – hierzu gibt’s einen eigenen Blogbeitrag. Alles in allem ist dieser Platz sehr zu empfehlen, vor allem, wenn man abseits der großen Campingplätze unterwegs ist und Ruhe sucht.

Hier geht es zur Website des Camping Les Bouleaux und es gibt auch eine facebook Seite.

 

 

    

Camping Schloss Helmsdorf, Bodensee, Deutschland

Am Bodensee gibt es viele Campingplätze, ganz klar. Doch nur hier gibt es Herrn Paul. Herr Paul fährt den Neuankömmlingen mit seinem Golfwägelchen auf ihre Plätze vor, erklärt alles, was man wissen will und hat auf jede Frage eine kluge Antwort. Am Morgen ist er der erste, den man hier schon fleißig sieht und am Abend bleibt er bis 20.00 Uhr, damit auch alle Neuen gut betreut sind.

Herr Paul ist nach eigenen Angaben mindestens 100 Jahre alt und kennt diesen Platz seit 38 Jahren, seit 14 arbeitet er hier. Er steht auf alte Autos, mag Hunde und liebt seine Arbeit. Wenn ein Platz mit so viel Hingabe und Liebe betreut wird, dann kann das nur gut gehen!

Neben Herrn Paul erwarten die Gäste auf diesem Platz noch einige wunderbare Dinge: Ein eigener Badestrand, ein kleines Hafenbecken für die Boote, ein Schlossrestaurant, das gute Küche und kühles Bier bietet. Außerdem gibt es vor Ort einen kleinen Laden, in dem man die wichtigen Dinge des Lebens erstehen kann und in dem es sich auch wunderbar frühstücken lässt. Ein Ort also, an dem man gerne länger bleibt und das tun viele auch. Neben Dauercampingplätzen ist genügend Platz für Kurzurlauber oder Durchreisende und die Preise in der Nachsaison sind moderat: Für einen Bulli, eine Fahrerin und Strom waren es 2019 21 Euro. Klein Wanda durfte so mit bleiben.

Hunde sind übrigens sehr willkommen, ein gutes Gefühl! Rund um den Campingplatz gibt es einige wunderschöne Spazierwege – ja, und alles weitere könnt Ihr auf der Website von Camping Schloss Helmsdorf nachlesen.

Schloss Helmsdorf

Camping Schloss Helmsdorf auf facebook

 

Der Bodensee. Marco Polo Reisetipps.

Bodensee Krimi! Sehenswerte Krimi Reihe.

Die Bodensee Tasse – muss man haben!

Vom Reisen mit dem Hund

Als ich die Bullireisen gestartet habe, hatte ich noch keinen Hund. Seit 2017 fährt Wanda mit natürlich ist es nun ein Thema, was ich beachten muss, wenn ich mit Hund reise, wo es besonders toll für den kleinen Begleiter ist und was man sich einfach sparen kann. Vor allem bei den Campingplätzen erwähne ich seit 2017 immer extra, ob der Platz hundefreundlich ist und die die Ausstattung in Bezug auf Hund aussieht. In Italien gibt es bereits einige Empfehlungen dazu, die richtig gut sind – schaut mal bei Camping Italien rein! Auch zu den anderen Ländern kommen laufend Tipps hinzu, sowohl für mit Hund als auch für ohne 😉

Zum Reisen mit Hund gibt es so viele Geschichten zu erzählen! Die passen nicht immer auf dieses Portal, aber ich finde es schade, wenn gute Geschichten nicht erzählt werde. Darum schreibe ich nun ab und an für „Issn‘ Rüde“ – ein super Blog für Hundefreunde – besucht mich doch dort!

„Mit Wanda im Hotel“ – Aktueller Beitrag auf Issn‘ Rüde, April 2018

„Mit dem Fellfreund unterwegs“ – Beitrag auf Issn‘ Rüde, März 2018

 

 

Buchtipps und Nützliches zum Reisen mit Hund:

     

 

Mit dem Hund nach Großbritannien

Letztens habe ich ausführlich über die Reise mit dem Hund nach Skandinavien geschrieben und dass mir das einigermaßen kompliziert erscheint. Gleich vorweg, nach Großbritannien ist es nicht minder kompliziert, doch hat man dann nicht noch drei Ländergrenzen zu passieren, wie das bei der geplanten Reise ans Nordkap gewesen wäre.

Bis 2000 war ein Urlaub mit Hund in Großbritannien mehr oder weniger unmöglich, da jedes Tier vor der Einreise in Quarantäne musste, und das wochenlang. Seit 2000 sind die Einreisebestimmungen gelockert, aber immer noch streng. Obwohl es seit 2014 noch einfacher ist, kann es durchaus sein, dass die Bestimmungen wieder strenger werden, immerhin plant Großbritannien den Ausstieg aus der EU. Wer also mit seinem Hund nach Schottland reisen möchte, sollte das vielleicht noch vor dem Brexit tun. Und so ist auch mein Plan. Doch zurück zu den Einreisebestimmungen:

mit dem Hund nach Groszbritannien: was brauche ich

Gefordert sind:

  • EU-Heimtierausweis und Mikrochip-Kennzeichnung, alles klar, das fordern fast alle Länder
  • eine gültige Tollwutimpfung (mindestens 21 Tage alt), auch verständlich
  • Wie auch in Finnland und Norwegen: die Behandlung gegen Bandwürmer mit einem praziquantelhältigen Präparat frühestens 120 Stunden vor der Einreise. Die Behandlung muss im Pass eingetragen sein, und zwar mit Uhrzeit!!! Diese Behandlung ist nicht notwendig, wenn der Hund direkt aus Finnland, Irland, Malta oder Norwegen einreist.
  • Es gibt Fluggesellschaften, die zusätzlich zu all dem ein Gesundheitszeugnis fordern, solltet Ihr also fliegen wollen, unbedingt bei der Fluggesellschaft abfragen, was sie verlangen!

Achtung, auch in Großbritannien sind verschiedene Hunderassen verboten:

  • Pitbull-Terrier
  • Japanese Tosa
  • Dogo Argentino
  • Fila Braziliero
  • Mischlinge aus diesen Rassen

Quelle: http://www.hunde-urlaub.net/einreisebestimmungen/urlaub-in-grossbritannien

Reise nach Groszbritannien: Vorsicht bei verbotenen Rassen

Wie auch schon in meinem Beitrag „Mit dem Hund nach Skandinavien“ beschrieben, ist dies wirklich ein heißes Thema, wenn man einen Mischling hat. Denn auch diese werden, so nur der leiseste Verdacht besteht, konfisziert und es muss eine richterliche Entscheidung abgewartet werden, ob der Hund als gefährlich eingestuft wird. Solltet Ihr also einen Mischling haben, der den Verdacht auf eine solche Einkreuzung nahe legt, verzichtet lieber auf die Einreise in Länder mit solchen Regelungen, wenn ihr nicht eindeutig nachweisen könnt, dass Euer Hund KEINE Kreuzung mit einer der oben genannten Rassen ist. Sollte das nämlich festgestellt werden, sind die Strafen hoch: bis zu sechs Monate Freiheitsentzug plus der Hund wird eingeschläfert.

Nachdem ich noch keinerlei Berichte zu Behördenwillkür, der hier natürlich Tür und Tor geöffnet ist, gehört habe, will ich niemanden hysterisch machen, aber ich denke, das ist ein Thema, das man beachten sollte.

Mit dem Hund nach Großbritannien – Hier noch ein richtig hilfreicher Link mit den perfekten Reisetipps, zum Beispiel, von wo aus man den besten Blick auf die weißen Klippen von Dover hat.

 

 

Mit dem Hund nach Skandinavien

Eine Reise ans Nordkap sollte es werden… beschlossen, bevor Wanda kam. Wanda, der 1,40 Kilo schwere Chihuahua, der mich bereits nach Frankreich und nach Italien begleitet hat, ist mittlerweile „groß“ (2,35 Kilo). Nichtsdestotrotz ist Wanda ein Hund. Um im Gegensatz zu den meisten anderen europäischen Ländern machen es die Skandinavier ein wenig umständlich, wenn man mit Hund reist.

 

Mit dem Hund nach Dänemark

Das etwas anstrengende Procedere beginnt in Dänemark. Der EU-Heimtierpass ist gefordert, kein Problem, so etwas sollte man haben. Die gültige Tollwutimpfung, die sich nach den Angaben des Impfstoffherstellers richtet, ist Pflicht und die würde ich auf jeden Fall anraten, wenn man mit seinem Hund verreist, egal wohin. Soweit, so gut. Was die Einreise ein wenig mühsam macht, ist das neue dänische Hundegesetz, gültig seit 1.7.2014.

Die Haltung, Zucht und auch Einfuhr von folgenden Hunderassen ist in Dänemark verboten:

  • Pitbull Terrier
  • Tosa Inu
  • Amerikanischer Staffordshire Terrier
  • Fila Brasileiro
  • Dogo Argentino
  • Amerikanische Bulldogge
  • Boerboel
  • Kangal
  • Zentralasiatischer, kaukasischer und südrussischer Ovtcharka
  • Tornjak
  • Sarplaninac

Das Schwierige an dieser Sache: das Verbot gilt auch für Kreuzungen der betreffenden Hunderassen – hat man also einen Hund, dessen Herkunft nicht klar ist, so sollte man sich vor einer Reise nach Dänemark überlegen, ob eine der oben genannten Rassen dabei sein könnte. Es obliegt nämlich dem Halter des Hundes, die Rasse oder den Typ zu dokumentieren und zu beweisen, dass keine der gelisteten Rassen „mitgemischt“ ist. Und Achtung: eine Missachtung dieser Gesetzgebung wird mit einem Bußgeld oder einer Haftstrafe des Hundebesitzers bestraft sowie mit der Einschläferung des Hundes!

Quelle: https://www.visitdenmark.de/de/daenemark/urlaub-mit-hund-danemark

So weit, so gut – mit Wanda kein Problem. Wanda ist so eindeutig ein Chihuahua, wie ein Hund nur ein Chihuahua sein kann. Trotzdem irgendwie anstrengend, sich durch diese sonderbare Regelung zu denken. Doch da hört es ja nicht auf, wenn man ans Nordkap will.

 

Mit dem Hund nach Schweden

Mein Plan wäre gewesen, über Dänemark, Schweden und einige Ziele in Finnland ganz oben die norwegische Grenze zu passieren und dann über Norwegen zurück zu reisen. Nächstes Ziel also Schweden. Nach Schweden zu reisen ist einigermaßen einfach, es genügt die Kennzeichnung des Hundes über einen Chip oder eine Tätowierung, die vor dem 3. Juli 2011 vorgenommen wurde. Die gültige Tollwutimpfung ist Vorschrift und diese muss im gültigen EU-Haustierpass dokumentiert sein. Und jetzt die etwas eigenartige Sache: Das Tier muss beim Zoll angemeldet werden. Hm, denke ich mir. JEDES MAL wenn ich die Grenze passiere???

Quelle: https://visitsweden.de/hunde-und-andere-haustiere

 

Mit dem Hund nach Norwegen

Wenn man mit Hund nach Norwegen reisen will, muss dieser einen Chip haben, die Identitätsnummer muss in allen Originaldokumenten angegeben sein – vermutlich ist damit der EU-Heimtierpass gemeint. Die gültige Tollwutimpfung (hier sei noch zur Sicherheit angeführt, dass diese mindestens drei Wochen vor der Einreise stattgefunden haben muss, doch das gilt beim Reisen in Europa generell) wird verlangt, hinzu kommt noch die Behandlung gegen Bandwurmbefall (Echinococcus multilocularis) mit einem anerkannten Präparat, zum Beispiel mit Praziquantel oder Epsiprantel. Und jetzt kommt das besonders Lustige: die Behandlung muss innerhalb von 120 bis 24 Stunden vor der Einreise nach Norwegen erfolgen. Die Behandlung muss im Pass durch ein Veterinärattest tierärztlich bescheinigt werden. Für den Hund, wohlgemerkt, Katzen sind aus einem unerfindlichen Grund von dieser Regelung ausgenommen. Das bedeutet: ich müsste in Schweden oder Finnland zum Tierarzt, denn ich schaffe es ja nicht innerhalb von fünf Tagen nach Norwegen.

Nachdem ich  bezüglich dieser Regelung verwirrt war, habe ich dazu die norwegische Botschaft in Berlin kontaktiert. Frau Gunhild Ingrid Lauvstad Tufte von der norwegischen Botschaft in Berlin schrieb mir zu dieser Frage im Dezember 2017: „Reisende mit Hund, die die Grenze öfter überqueren werden, können alternativ die 28-Tage-Regelung verwenden – dies bedeutet, Ihr Hund muss 2- Mal vor der Einreise innerhalb von 28 Tage den Kur bekommen. Dann können Sie sich mehr Zeit für die Einreise nehmen, oder auch hin- und her über die Grenze zwischen Norwegen und Schweden fahren“.

Nächster hochinteressante Punkt: wie auch bei der Einreise nach Schweden ist das Tier mitsamt Papieren und Impfnachweisen beim Zoll anzumelden.

Achtung, auch in Norwegen sind verschiedene Hunderassen verboten und dürfen nicht einreisen:

  • Pit Bull Terrier
  • Amerikanischer Staffordshire Terrier
  • Fila Brasileiro
  • Tosa
  • Dogo Argentino
  • Tschechoslowakischer Wolfhund
  • sowie Mischlinge dieser Rassen und Mischlinge zwischen Hund und Wolf

Quellle: https://www.norway.no/de/germany/dienstleistungen-info/mit-tieren-nach-norwegen

 

Mit dem Hund nach Finnland

Für die Ein- und Durchreise nach oder durch Finnland wird ein EU-Heimtierausweis und die Mikrochip-Kennzeichnung verlangt, genauso wie die gültige Tollwutimpfung  (das bedeutet, wie in allen Ländern, dass die Impfung mindestens vor 21 Tagen erfolgt sein muss, nicht später).

Und auch hier wieder die Behandlung gegen Bandwürmer (Echinococcus) mit Praziquantel oder Epsiprantel 24 bis 120 Stunden vor der Einreise, wie in Norwegen. Die Behandlung ist nicht notwendig, wenn der Hund direkt aus England, Irland, Norwegen oder aus Malta einreist.

So. Was aber, wenn der Hund aus Schweden einreist, jedoch – wie oben beschrieben – die Kur im Sinne der 28 Tage Regelung „genossen“ hat??? Dazu werde ich nun noch die finnische Botschaft anschreiben. Die Antwort kam in Form eines links, über den man sich die gesamten Einfuhrregelungen in aller Ruhe durchlesen kann. Und die 28 Tage Regelung wird auch geklärt:

„… the 28-day rule can be applied, if the dog comes from an EU-country or country comparable to an EU-country … The pet has to be treated at least twice before travelling at a maximum interval of 28 days in an EU-country or country comparable to an EU-country and after that regularly at maximum intervals of 28 days for as long as the pet keeps travelling to and from Finland. The last treatment has to be administered in Finland after the travelling has ended… „, so heißt es auf https://www.evira.fi/en/animals/import-and-export/eu-countries-norway-and-switzerland/dogs-cats-and-ferrets/dogs-cats-and-ferrets-eu-countries.

Ist also so, dass man, wenn man länger als 28 Tage unterwegs ist, die Entwurmung immer wieder durchführen muss. Und das muss auch im Hundepass dokumentiert werden. Sollten die Seiten ausgehen, so heißt es, möge man einen zweiten Pass anlegen lassen und alle Dokumente immer mitführen.

Von der Reise ans Nordkap habe ich mittlerweile aber Abstand genommen, einfach, weil ich von Regelungen, Gesetzen und Zollanmeldungen fürs Erste genug habe. Wir fahren nach Schottland. Das befreit zwar nicht von der ollen Zweifachentwurmung, aber wenigstens ist diese nur einmal zu machen. Mehr zur Reise mit dem Hund nach Schottland hier!

Quelle: http://www.hunde-urlaub.net/einreisebestimmungen/einreise-finnland

PS. Das Nordkap ist natürlich nur aufgeschoben, nicht aufgehoben. Mein Nervenkostüm wird irgendwann wieder stärker und diesem Wahnsinn gewachsen sein 😉

 

 

 

 

 

Agriturismo Caniloro, Lanciano, Marken

Das Agriturismo Caniloro ist Mitglied bei „Fattore Amico“ und so bin ich auch darauf gekommen. Sprich, dies ist kein Campingplatz, doch können Camper, die ebenfalls Fattore Mitglied sind, hier gratis stehen bleiben. Es gibt auch Zimmer am Bauernhof, ein Restaurant, einen wunderbaren Garten und einen Hofladen – alles unglaublich liebevoll gestaltet. Die hofeigenen Produkte werden nicht nur von den Touristen gekauft, hierher kommen die Menschen aus der Umgebung, auch zum Essen in dem kleinen Restaurant.

Der „Agriturismo Caniloro“ ist ein „didaktischer Bauernhof“, sprich, hier können Gruppen die Arbeit am Bauernhof kennen lernen, erfahren, wie die heimischen Produkte angebaut und verarbeitet werden und geht man nach den Bilder auf dem hofeigenen facebook Auftritt, so sind auch Kochkurse möglich. Auch eine Website gibt es, die zum jetzigen Zeitpunkt (Oktober 2017) noch im Aufbau ist. Unbedingt Wein kosten! Frischer, köstlicher Weißwein wartet im Keller darauf, gekostet zu werden und kann natürlich auch mit auf die Reise genommen werden. Auch das Olivenöl ist absolut empfehlenswert!

Besonders positiv – denn das ist nicht bei allen „Fattore Amico“ Mitgliedern der Fall, da diese ja auf Wohnmobile eingestetllt sind – ist die Tatsache, dass man die Toilette des Restaurants benützen kann, auch, wenn dieses geschlossen ist. Für nicht umfassend ausgestattete Bullifahrer also ein heißer Tipp! Außerdem sind die Betreiber des „Agriturismo Caniloro“ sehr hundefreundlich, es gibt auch einen eigenen, sehr friedlichen Hofhund. Trotzdem den eigenen Hund an der Leine behalten – es kommen andere Hunde von umliegenden Höfen auf Besuch und die Straße ist nicht weit weg.

Wer in den Marken Urlaub macht oder auf dem Weg in den Süden oder in den Norden einen lauschigen Platz sucht, sollte hier Halt machen!

Danach bietet sich dann die Fahrt entlang der „Costa di Trabocchi“ an, herrliche Ausblicke auf die abruzzesische Küste mit den weltberühmten Fischer Pfahlbauten.