Fliegen mit Hund – weniger stressig als erwartet

Um zu unserem Polarlichtwatch nach Norwegen zu gelangen, mussten wir fliegen. Klein Wanda war natürlich mit dabei und hat ihren ersten Flug erfolgreich bestritten. Was Du bei Flugreisen mit Deinem Hund beachten darfst, fassen wir hier zusammen!

 

In Cabin Flights – perfekt für Hunde unter fünf Kilo

Wer seinen Liebling mit auf eine Flugreise nehmen möchte, sollte sich im Vorfeld bei der Airline erkundigen, wie es mit dem Transport von Hunden „in cabin“ aussieht. Bei den meisten Fluglinien dürfen Hunde und Katzen bis zum Gewicht von fünf Kilo mit in der Kabine reisen, bei manchen Fluglinien dürfen sie auch schwerer sein. Tiere, die „in cabin“ reisen, müssen früh genug angemeldet werden, da es nur eine bestimmte Anzahl von Tieren im Passagierraum geben darf. Manche Airlines gestatten den Transport von Tieren „in cabin“ gar nicht, dazu gehört zum Beispiel die Icelandair. Icelandair bietet Flüge vom europäischen Festland nach Kanada oder in die USA an, doch wird dabei in Reykjavik, Island, zwischengelandet. Island hat als eines der letzten europäischen Länder sehr strenge Quarantänebestimmungen und diese würden auch gelten, wenn man in Reykjavik zur zwischenlandet (Stand April 2018).

Die meisten Airlines machen es aber relativ einfach, sein Tier mitzunehmen. Auf unserem Testflug nach Tromso buchten wir über ein Reisebüro, da die Mitnahme von Wanda auf keinem Onlineportal vorab anzumelden war. Wir flogen mit Lufthansa/Star Alliance und ab dem Check In in München war alles sehr einfach. Zu beachten: Wer mit Hund „In Cabin“ fliegt, muss sich nicht an der langen Schlange beim Check In anstellen, sondern geht zum Sperrgepäckschalter. Lufthansa betrachtet den Hund als Sperrgepäck, auch wenn er nicht aufgegeben wird! Nach dem Check In geht man zum Serviceschalter und bezahlt die Transportkosten für den Hund, bei uns waren das 60 Euro für die Strecke München-Oslo-Tromso.

 

Sonderfall Norwegen: Mit dem Hund durch den Zoll

Da Norwegen nicht zur Europäischen Union gehört, müssen Einreisende ihr Gepäck auschecken, auch wenn sie innerhalb des Landes weiterfliegen. Mit Hund bedeutet dies: Erst zum Gepäckband, das aufgegebene Gepäck holen und dann durch den Zoll. Der Hund muss am Zoll angemeldet werden! Dort wird der Chip kontrolliert und die notwendigen Impfungen werden im Impfpass überprüft. Der Hund darf in der Zeit vom Flugzeug bis hinter den Zoll rein theoretisch NICHT aus seiner Tasche! Wir hatten das nicht gewusst und wurden darauf hingewiesen.

Beim Rückflug nach Deutschland sieht die Sache einfacher aus. Von Tromso wird das Gepäck nach München durchgecheckt und so verringert sich die Flugzeit/Aufenthaltszeit in Oslo um drei Stunden. Insgesamt war Wanda also von München nach Tromso neuneinhalb Stunden ohne Toilette. Eineinhalb Stunden am Flughafen in München, zwei Stunden Flugzeit, vier Stunden Aufenthalt in Oslo, zwei Stunden Flugzeit nach Tromso. Die Zeit in Oslo, in der wir das Flughafengebäude verlassen durften, hat sie zum Schnuppern genutzt, wollte aber nicht aufs Klo. Beim Rückflug waren es eine Stunde vor Boarding, zwei Stunden Flug, zwei Stunden Aufenthalt, zwei Stunden Flug, also sieben Stunden, die sie ebenfalls problemlos zubrachte, obwohl sie bei der Zwischenlandung zu trinken bekam und auch das Angebot hatte, aufs Klo zu gehen.

 

Mit dem Hund fliegen: Beruhigungsmittel notwendig?

Bei der Vorabrecherche zum Fliegen mit Hund kam ich an die sonderlichsten Informationen, Freunde erzählten mir, ihre Hunde würden beim Fliegen so austicken, dass sie Beruhigungsmittel brauchten. Darauf stellten wir uns ein und holten vom Tierarzt ein Beruhigungsmittel für den Notfall. Wir brauchten es aber nicht. Wanda bekam beim Start und beim Landen weiche Leckerlis, einerseits, damit das Fliegen positiv konnotiert wird, anderseits, damit sie durch das Schlucken den Druckausgleich besser herstellen konnte. Während des Fluges hat sie friedlich geschlagen, auf allen vier Strecken.

Wichtig ist, dass die Flugtasche bereits bekannt ist, dass Dein Hund manchmal in der Tasche mit im Auto fährt, dort Leckerlis findet und die Tasche einfach super findet. Für den Flug habe ich ein ordentlich gebrauchtes T-Shirt in die Tasche gelegt, damit es super nach Frauchen duftet. Am Flughafen wollte Wanda dann freiwillig in die Tasche, weil sie die vielen Menschen etwas bedrohlich fand und die Tasche als Schutz betrachtet.

Solltest Du zwischenlanden und die Möglichkeit haben, raus zu gehen, gib Deinem Hund diese Chance und gib ihm auch zu trinken!

Wer sich nun fragt, warum tut man einem Hund sowas an: Urlaub mit Hund mit Flugreise rentiert sich wirklich nur, wenn Du länger weg bist. Fliegen ist einfach Stress für den Hund, vor allem, wenn er es nicht oft macht. Solltest Du eine längere Reise vorhaben und der Flug dorthin lange dauern, dann empfiehlt es sich, vorher einen Kurzstreckenflug zu machen, um zu prüfen, wie es Deinem Hund dabei geht. Der Flug nach Tromso war unser Test für unsere USA Reise. Nach diesem Test muss ich feststellen: So unkompliziert hätte ich mir das nie im Leben vorgestellt!

 

Im Notfall: Der Hund reist im Frachtraum

Allen Hundefreunden, deren Hunde zu groß für einen In Cabin Flug sind, kann ich nur raten, sich die Reise gut zu überlegen. Die meisten Hunde müssen vorher Beruhigungsmittel bekommen und eine Weile vor Abflug als Fracht aufgegeben werden. Die Zeit ohne Herrchen und Frauchen ist also um ein Wesentliches länger als nur die Flugzeit und es hängt von der Airline und von dem gewählten Land ab, wie lange vorher man den Hund abgeben muss.

Der Hund reist dann in einem verschlossenen, stoßfesten Käfig im Frachtraum – wie in diesem Video erklärt:

Mehr zum Fliegen mit Hund berichten wir dann von unserem Flug nach Halifax!