Island mit dem Camper: Das ultimative Abenteuer zwischen Geysiren und Vulkanen

Letztens hat mich jemand angeschrieben: Warum ich mit meiner Liebe für den Norden bisher noch nicht über Island geschrieben habe?

GUTE Frage!

Als ich mit Bullireisen startete – im Jahr 2015 – ging es vor allem um meine Reisen mit „La Carissima“, dem himmelblauen VW T3. Dazwischen gab es dann einige Reisen mit dem Flugzeug, nach Island, Thailand und Indien. ABER. Ab 2017 war Wanda mit an Bord, mein Hund. Und das bedeutete: Island nicht mehr. Die Einreisebestimmungen für Hunde nach Island sind sehr strikt und absolut nicht hundefreundlich. Ähnlich wie Australien. Um die zweiwöchige Quarantäne kommt man nicht herum.

Aber Island ist – auch für Camper – trotz alledemein wunderbares Reiseziel, das man nicht missen möchte. Und darum teile ich meine Erfahrungen und Bilder hier!

Es gibt Landschaften, die man nicht einfach nur besucht. Island muss man durchqueren, um die rohe Urgewalt des Landes im Innersten zu begreifen. Und diese Vulkaninsel knapp unterhalb des Polarkreises gehört zweifellos dazu. Schwarze Sandstrände, die an das Ende der Welt erinnern, rauschende Wasserfälle, deren Gischt in den Himmel steigt, und monumentale Gletscherzungen, die sich durch schroffe Täler schieben – dieses Terrain fordert Abenteuerlust heraus.

Wer die Insel in all ihrer Unverfälschtheit und Dynamik erleben möchte, lässt den Pauschalurlaub hinter sich. Die mit Abstand intensivste Art, das Land aus Feuer und Eis zu erkunden, ist eine flexible Rundreise auf eigene Faust. Beim Camper mieten in Island verwandelt sich das Fahrzeug im Handumdrehen in ein gemütliches Basislager, das Freiheit und Flexibilität auf ein neues Level hebt.

Ein Wohnmobil oder ausgebauter Van gewährt Reisenden ein Maß an Unabhängigkeit, das kein Pauschalurlaub bieten kann. Wir Camper wissen: Anstatt sich an strenge Check-in-Zeiten zu halten oder täglich hunderte Kilometer zu einer festgelegten Unterkunft zurückzulegen, bestimmt der eigene Rhythmus den Tagesablauf. Wenn die Mitternachtssonne den Himmel im Sommer in ein endloses Pastelllicht taucht, lässt sich der spektakuläre Wasserfall Skógafoss völlig ohne Touristenmassen genießen – einfach, weil man entspannt bis in die späten Abendstunden warten kann.

Ich selbst war im Winter in Island – und das ist ein ganz besonderes Erelbnis. Allerding sdann nicht campertauglich. Denn im Winter sind viele Straßen nicht befahrbar und die Temperaturen sind ebenfalls nicht campertauglich. Dafür dann: Polarlichter. Die Entscheidung liegt also bei Dir: Campen oder Lichter 😉

 

Die richtige Fahrzeugwahl für das raue Klima

Die Entscheidung für das passende Reisefahrzeug hängt maßgeblich von den persönlichen Plänen und der Jahreszeit ab. Die typischen Straßenverhältnisse unterscheiden sich drastisch, je nachdem, ob man auf der asphaltierten Ringstraße bleibt oder das mystische Landesinnere ansteuert. Wer die klassische Route entlang der Küste plant, ist mit einem kompakten Campervan hervorragend beraten. Diese Wendigkeit bietet Komfort für enge Passstraßen und verbraucht im Vergleich zu großen Wohnmobilen spürbar weniger Kraftstoff. Moderne Vans verfügen über eine ausgeklügelte Raumnutzung, Standheizungen und oft eine kleine Küchenzeile, die autarkes Kochen ermöglicht.

Zieht es einen hingegen in das Hochland – die sogenannten F-Straßen –, ist ein Allradfahrzeug (4×4) gesetzlich vorgeschrieben und unverzichtbar. Die Hochlandpisten sind geprägt von grobem Schotter, Felsbrocken und Flussüberquerungen ohne Brücken. Ein robuster Geländewagen mit Dachzelt oder eine Allrad-Kabine garantiert hier das nötige Drehmoment und die nötige Bodenfreiheit, um entlegene Gebiete wie Landmannalaugar sicher zu erreichen.

Dort waren wir nicht – weil Winter. Im Winter sind diese Straßen für Touristen nicht geeignet!

Vorbereitung und Verhalten vor Ort

Das Wildcamping ist zum Schutz der sensiblen und extrem langsam nachwachsenden Moosvegetation strengstens untersagt. Es ist verpflichtend, für die Übernachtung offizielle Campingplätze anzusteuern. Glücklicherweise verfügt die Insel über ein dicht ausgebautes Netz an Stellplätzen, die oft an atemberaubenden Orten liegen – direkt am Fuße eines Berges oder an rauschenden Fjorden. Viele Plätze haben das gesamte Jahr über geöffnet und bieten saubere Sanitäranlagen sowie Gemeinschaftsküchen, was besonders bei einem Familienurlaub viel wert ist. Eine vorausschauende Routenplanung sollte zudem stets die lokalen Wetterberichte und Straßenbedingungen berücksichtigen.

Die isländischen Plattformen vedur.is und road.is gehören zur täglichen Pflichtlektüre jedes Roadtrippers, da plötzliche Sturmböen oder Schneefälle selbst im Frühjahr und Herbst Routenänderungen erzwingen können. Wer sich gut vorbereitet, Respekt vor der ungezähmten Natur mitbringt und den Schlüssel im Zündschloss umdreht, wird mit Erinnerungen belohnt, die ein Leben lang halten. Der Wind am Fenster, das leise Prasseln des Regens auf das Wagendach und der Kaffee mit Blick auf einen treibenden Eisberg – genau das macht den Zauber einer mobilen Entdeckungsreise aus.

Und wer im Winter nach Island reisen möchte, wird mit einzigartigen Lichtstimmungen und Polarlichtern belohnt!