Ab jetzt alles gratis?

Großbritannien ist per se kein Billigreiseland, das weiß man schon vor Antritt der Reise. Dass jedoch die Eintrittspreise in Parks, Schlössern und anderen Sehenswürdigkeiten etwas aus der Vorstellung reißt, das kann trotzdem vorkommen. 18 Pfund für einen Erwachsenen, also umgerechnet etwas mehr als 20 Euro, für den Besuch einer Burgruine, das schockt sogar mich als Kind der sauteuren Festspielstadt Salzburg.

Wer an Sehenswürdigkeiten aller Art sehr interessiert ist und das ein oder andere Schloss auch innen ansehen möchte, der sollte Mitglied bei einem der Erhaltervereine werden, zum Beispiel beim National Trust oder bei English Heritage. Es lohnt sich, im Vorfeld nachzusehen, welche Sights man unbedingt besuchen möchte und wer bei welchem Verein Mitglied ist.

Die weißen Klippen von Dover – Mitglied beim National Trust

Ich war von der Seite des National Trust gleich mal sehr angesprochen, allein, wenn man auf der bereitgestellten Karte sieht, wer hier Mitglied ist, kann man kaum mehr widerstehen. Von den weißen Klippen von Dover (Parkpreis Pkw 4 Pfund, Wohnmobil 7 Pfund, National Trust Mitglieder frei) bis zu Dunster Castle (Eintritt Erwachsener 12,80 Pfund, Familie 31,90 Pfund, National Trust Mitglieder frei), um nur zwei von vielen Zielen zu nennen, kann man hier hunderte von Plätzen einfach so besuchen – und das für eine Jahresmitgliedschaft von 69 Pfund pro Jahr als Person oder 120 Pfund für eine Familie.

Dunstanburgh Castle – Mitglied bei English Heritage

Schlösser und Häuser, die nicht beim National Trust sind, sind vielleicht bei English Heritage (Stonehenge zum Beispiel), einer ähnlichen Organisation. Selbstverständlich gibt es auch Sehenswürdigkeiten, die bei keiner Organisation sind – so zum Beispiel Alnwick Castle. Ich denke, wenn man gerne so richtig Sightseeing betreibt, dann lohnt es sich, im Vorfeld mal auf beide Seiten zu sehen und zu vergleichen. Oder, wenn man sehr schwer motiviert ist, Mitglied bei beiden zu werden – und dann um etwas über 100 Pfund hunderte von Sehenswürdigkeiten eintrittsfrei zu besuchen!

Beide Organisationen geben auch Bücher heraus, sehr sehenswert!

 

 

Nach der Ankunft erst mal durchatmen: Die weißen Klippen von Dover

Egal, ob man Großbritannien mit der Fähre oder durch den Eurotunel erreicht, die weißen Klippen sind in Reichweite! Von weitem schon leuchten Sie in der Sonne und vor allem an einem trockenen, regenfreien Tag sollte man auf den Ausblick von da oben keinesfalls verzichten. Von Dover aus erreicht man die Klippen sehr einfach, die braunen „Sightseeing Schilder“ weisen auf den Weg hin. Sollte man den Weg verloren haben, dann hält man sich von Dover aus betrachtet an der Küste Richtung Deal, also Richtung Norden. Dann kann man die Klippen nicht übersehen.

Der Parkplatz an den Klippen kostet 4 Euro pro Tag und ist das Geld wert – vor allem der oberste Parkplatz bietet einen atemberaubenden Blick. Da kann man schon mal einige Stunden verweilen, Picknicken oder einfach in der Sonne sitzen. Aber Vorsicht: die Auffahrt zum obersten Parkplatz ist einspurig und die Parkplatzeinfahrt eine sehr enge Kurve – Wohnmobilfahrer sollten lieber den Parkplatz darunter wählen. Der Wanderweg zu den Klippen startet ganz unten am „Visitor Centre“, dort gibt es Toiletten, ein Café und einen Souvenirladen.

Die Wandermöglichkeiten an den Klippen bieten für jeden etwas: eine halbstündige Tour nur mal zum Gucken, eine zweistündige Tour für den ganz großen Blick auf die Felsen oder eine Halbtagestour hinaus zum alten Leuchtturm. Dort gibt es ebenfalls ein Café, es lohnt sich aber, egal für welche Tour man sich entscheidet, etwas zu trinken mitzunehmen. Auch gutes Schuhwerk lohnt sich, da der Weg manchmal etwas holprig wird. An den „White Cliffs“ kann man Tage verbringen, es gibt so viel zu sehen! Vor allem im Frühling versammeln sich hier zum Beispiel die Vogelkundler und beobachten die brütenden Seevögel. Doch auch „nur“ zum Entspannen“ eignet sich dieser Ort wie geschaffen.

Wer vorhat, hier öfter als einmal herzukommen, für den könnte sich der National Trust Pass lohnen – mehr dazu im Beitrag „National Trust Mitgliedschaft“.

Hier noch zwei Buchtipps von mir – wenn man wenig Zeit vor Ort hat, lohnt es sich, schon mal ein wenig zu schmökern, bevor es losgeht!

 

 

Zu Gast bei Harry Potter: Alnwick Castle mit Hund

Auf meiner Reise nach Schottland war – Harry Potter Fan, der ich bin – ein Fixpunkt natürlich der Besuch von Alnwick Castle. Das Schloss an der Ostküste von England diente bei den Dreharbeiten zum Film als „Hogwarts“ und wurde auch schon für andere Film- und Fernsehproduktionen als Schauplatz gewählt.

Früh am Morgen also stand ich auf dem noch völlig leeren Parkplatz, um mit Entsetzen festzustellen, dass Hunde auch im Garten nicht erlaubt sind. Verständlicherweise darf man Hunde in die altehrwürdigen Gemäuer nicht mitnehmen, doch in den meisten Parks um Herrenhäuser und Schlösser sind Hunde erlaubt. In Alnwick nun aber nicht! Zum Glück hatte ich bei der Fahrt zum Schloss bereits eine Lösung entdeckt, hier also ein kleiner Hauch von Harry Potter für Hundebesitzer:

Wenn man von der Autobahn A1 abfährt oder von der Landesstraße aus Richtung Autobahn kommt, fährt man, bevor man das Städtchen erreicht, über eine Steinbrücke. Linker Hand kann man das Schloss bereits durch die Büsche sehen. Wenn man von der anderen Seite kommt, muss man nur der Beschilderung Richtung Autobahn folgen, dann kommt man auch zur Brücke. Man kann sich aber auch einfach nach dem Parkplatz von Schloss Alnwick richten, der kommt etwa 300 Meter nach der Brücke stadteinwärts. Man nimmt am besten den offiziellen Parkplatz vom Schloss, 3 Euro pro Tag. Dann geht es zu Fuß zurück zur Brücke.

Direkt an der Brücke starten zwei regionale Wanderwege mit etwa drei Meilen pro Runde, sehr schön durch die Landschaft! Nach der Brücke geht ein Fußweg (Public Footpath) in Richtung Schloss. Diesen kann man dem Fluss entlang folgen, bis man direkt vor Alnwick Castle steht! Achtung: auf den Wiesen sind Kühe, Schafe und Pferde frei unterwegs, wer also seinen Hund nicht absolut unter Kontrolle hat, sollte ihn unbedingt angeleint lassen!

Und hier noch für alle, die Harry Potter noch nicht kennen – gibt es so jemanden 😉

 

  Die Harry Potter Bücher in der Komplettbox!

  Die DVD Box komplett – ich hab‘ sie natürlich schon 🙂

 

 

Channel Tunnel günstig buchen

Wer so wie ich auf Fähren immer ziemlich flau wird, vor allem, wenn das Wasser nicht mittelmeerruhig ist, der wird sich überlegen, nach England den Tunnel zu nutzen. Das habe ich im Mai 1996 das erste Mal gemacht, knapp eineinhalb Jahre nach der Eröffnung des Eurotunnels. Seither hat sich vieles geändert!

Channel Tunnel – Tunnel sous la Manche – Eurotunnel

Während man 1996 – immerhin lag das Thema Internet Buchung noch in der Zukunft – zum Terminal gehen und ein Ticket kaufen konnte, so ist es heute anzuraten, im Vorfeld via Internet zu buchen. Der Preisunterschied ist eklatant! Ein Ticketkauf am Schalter hätte mich zum Beispiel am 7. Mai 2018 knapp 300 Euro gekostet, für einen Tag später konnte ich ein Ticket um 170 Euro erstehen, wurde dann aber auf einen früheren Zug umgebucht, der laut Netz wesentlich teurer gewesen wäre. Auf der Website des Tunnel sous la Manche wird darauf hingewiesen, dass es One Way Tickets um 79 Euro gibt – wer also früh genug bucht, ist hier wirklich Kaiser!

Hier geht es zum Ticket Vergleich!

Für Haustierbesitzer ist der Tunnel jedenfalls eine super Sache, denn hier läuft der Haustiertransport einfach und klaglos ab. Man fährt VOR den Ticketschaltern links ab zur Pet Reception, lässt sein Tier scannen (Chip ist erforderlich – hier kannst DU nachlesen, was Du zum Reisen mit Hund nach Großbritannien brauchst), den Impfpass kontrollieren und das war’s. Aber Achtung: man benötigt ein GÜLTIGES TICKET, also eine gültige Buchung, um das machen zu können.

Channel Tunnel Punkt für Punkt

Also, noch einmal alles zusammen:

  • Reisen mit Haustier: zu Hause die nötigen Impfungen kontrollieren oder machen lassen
  • Zug früh genug buchen, dann ist ein Schnäppchen drin
  • Von der Autobahn ab zum „Tunnel sous la Manche“ fahren und VOR den Schaltern zur Pet Reception abbiegen
  • Dann durch die Schalter, Ticket wird verifiziert und man bekommt ein Buchstabenschildchen
  • Passkontrollen Frankreich und Großbritannien, das kann ein Weilchen dauern!
  • Weiterfahren zum Kreisverkehr, nur aktuelle Buchstaben dürfen boarden, alle anderen werden zum Einkaufszentrum abgeleitet. Dort gibt es Toiletten, Cafes und eine kleine Hundewiese
  • Auf großen Tafeln (wie am Flughafen) wird das Boarding des jeweiligen Zuges (Buchstabens) angekündigt. Wenn man dran ist, den Schildern Richtung „Großbritannien“ folgen
  • Dann kann man nicht mehr zurück – der Rest ist geregelt, wie man in meinem Video sieht 😉

 

Eine kleine Sache noch, die ich noch nicht mit der Betreibergesellschaft abgeklärt habe, die mir aber einfach aufgefallen ist. Im Eurotunnel kommt es sehr selten zu Zwischenfällen, aber einige waren es dann doch in den vergangenen 20 Jahren. In diesen Fällen wird der gesamte Zug oder Abschnitte davn evakuiert, die Personen werden in dem Nottunnel, der sich zwischen beiden Tunnelröhren befindet, nach draußen gebracht. Ich habe nun bemerkt, dass die Autos sehr knapp aneinander geparkt werden und zwischen den einzelnen Zugabschnitten Rolltore herabgelassen werden. Wer sein Haustier also in einer Box mitbringt, die nur durch die Heckklappe erreichbar ist, wird im Notfall das Tier nicht mitnehmen können – denkt daran. Sollte jemand andere Erfahrungen gemacht haben, bitte her damit.

Natürlich kann man auch mit dem Haustier die Fähre nutzen. Die Bestimmungen für die Einreise eines Haustieres nach Großbritannien sind naturgemäß gleich wie bei der Nutzung des Tunnels, ABER: auch auf der Kanalfähre dürfen Tiere, so wie bei vielen anderen Fährstrecken auch, nicht in die allgemeinen Bereiche der Fähre. Menschen müssen das Autodeck aber während der Fahrt verlassen. Der Hund muss also allein im Auto zurückbleiben. Die Überfahrt dauert nur knapp eine Stunde, ich würde meinen Hund aber dennoch nicht einfach alleine im Auto lassen – dann lieber den Zug!

Hier gibt es noch Infos der Fährgesellschaften:

https://www.dfdsseaways.de/kundenservice/haustiere_aermelkanal

http://www.brittanyferries.de/reisevoraussetzungen-fur-haustiere

 

  „Le Shuttle“ – für Eisenbahnfans ein Muss!

   Sonderbriefmarke Eurotunnel

   Der Channel Tunnel – seit Jahrhunderten ein Thema.

Mit dem Hund nach Großbritannien

Letztens habe ich ausführlich über die Reise mit dem Hund nach Skandinavien geschrieben und dass mir das einigermaßen kompliziert erscheint. Gleich vorweg, nach Großbritannien ist es nicht minder kompliziert, doch hat man dann nicht noch drei Ländergrenzen zu passieren, wie das bei der geplanten Reise ans Nordkap gewesen wäre.

Bis 2000 war ein Urlaub mit Hund in Großbritannien mehr oder weniger unmöglich, da jedes Tier vor der Einreise in Quarantäne musste, und das wochenlang. Seit 2000 sind die Einreisebestimmungen gelockert, aber immer noch streng. Obwohl es seit 2014 noch einfacher ist, kann es durchaus sein, dass die Bestimmungen wieder strenger werden, immerhin plant Großbritannien den Ausstieg aus der EU. Wer also mit seinem Hund nach Schottland reisen möchte, sollte das vielleicht noch vor dem Brexit tun. Und so ist auch mein Plan. Doch zurück zu den Einreisebestimmungen:

mit dem Hund nach Groszbritannien: was brauche ich

Gefordert sind:

  • EU-Heimtierausweis und Mikrochip-Kennzeichnung, alles klar, das fordern fast alle Länder
  • eine gültige Tollwutimpfung (mindestens 21 Tage alt), auch verständlich
  • Wie auch in Finnland und Norwegen: die Behandlung gegen Bandwürmer mit einem praziquantelhältigen Präparat frühestens 120 Stunden vor der Einreise. Die Behandlung muss im Pass eingetragen sein, und zwar mit Uhrzeit!!! Diese Behandlung ist nicht notwendig, wenn der Hund direkt aus Finnland, Irland, Malta oder Norwegen einreist.
  • Es gibt Fluggesellschaften, die zusätzlich zu all dem ein Gesundheitszeugnis fordern, solltet Ihr also fliegen wollen, unbedingt bei der Fluggesellschaft abfragen, was sie verlangen!

Achtung, auch in Großbritannien sind verschiedene Hunderassen verboten:

  • Pitbull-Terrier
  • Japanese Tosa
  • Dogo Argentino
  • Fila Braziliero
  • Mischlinge aus diesen Rassen

Quelle: http://www.hunde-urlaub.net/einreisebestimmungen/urlaub-in-grossbritannien

Reise nach Groszbritannien: Vorsicht bei verbotenen Rassen

Wie auch schon in meinem Beitrag „Mit dem Hund nach Skandinavien“ beschrieben, ist dies wirklich ein heißes Thema, wenn man einen Mischling hat. Denn auch diese werden, so nur der leiseste Verdacht besteht, konfisziert und es muss eine richterliche Entscheidung abgewartet werden, ob der Hund als gefährlich eingestuft wird. Solltet Ihr also einen Mischling haben, der den Verdacht auf eine solche Einkreuzung nahe legt, verzichtet lieber auf die Einreise in Länder mit solchen Regelungen, wenn ihr nicht eindeutig nachweisen könnt, dass Euer Hund KEINE Kreuzung mit einer der oben genannten Rassen ist. Sollte das nämlich festgestellt werden, sind die Strafen hoch: bis zu sechs Monate Freiheitsentzug plus der Hund wird eingeschläfert.

Nachdem ich noch keinerlei Berichte zu Behördenwillkür, der hier natürlich Tür und Tor geöffnet ist, gehört habe, will ich niemanden hysterisch machen, aber ich denke, das ist ein Thema, das man beachten sollte.

Mit dem Hund nach Großbritannien – Hier noch ein richtig hilfreicher Link mit den perfekten Reisetipps, zum Beispiel, von wo aus man den besten Blick auf die weißen Klippen von Dover hat.