Bulli Camper Ausbau: Regaltüren

Herzlich zurück beim VW Bus Ausbau! Dies ist der vierte Ausbauschritt, sprich, die vierte Woche, die wir zu dritt am Bulli bauen. Was ist in der Zwischenzeit passiert? Ich habe meine Wohnung fast vollständig zusammengepackt, denn fast ein Jahr zu verreisen bedeutet, entweder wohlhabend zu sein oder auf seine Mietwohnung zu Hause zu verzichten.

Zweiteres bei mir der Fall, fällt noch nicht schwer, mal sehen, was kommt. Finanzielle Abrechnung ergibt aber: 110 Euro pro Monat für ein Multistorage kontra 650 für eine Wohnung. Da liegt die Entscheidung auf der Hand. Doch zurück zum Bulli! Heute steht uns ein Abend in der Werkstatt zur Verfügung, an dem wir die vorgeschnittenen Regalteile der Ablagefläche perfekt einpassen und ich die Schranktüren schleifen darf. Eine super Sache, wenn man mit Zirbenholz arbeitet, denn das riecht einfach unglaublich gut.

 

Bulli Innenausbau aus Holz

Während Stefan tüftelt und nachdenkt, lehne ich an meinem Auto und denke so nach, was mich da erwartet. Manchmal gibt es Momente, da denke ich mir, was zum Teufel hat mich denn da geritten. Was mache ich hier bloß??? Dann wieder denke ich, umziehen hätte ich ja ohnehin müssen, also, warum nicht die Zeit nutzen, in der ich keine Wohnung habe? Hin und her ziehen die Gedanken, bis der Meister Stefan irgendwas brüllt, das sich dann als Mangel an Schrauben herausstellt. Ich eile also zum Schraubenkoffer und suche, was er will, stelle fest, dass ich in Tagträumereien nicht mitbekommen habe, was er denn grade macht und bringe ein kleines Sortiment an Schrauben, von dem ich glaube, dass die richtigen Größen dabei sind…

 

Bulli Camper Umbau selbst gemacht – nicht immer einfach

Zugegebenermaßen, hätte ich gewusst, was mit dem Umbau von Carissima auf mich zukommt, hätte ich starke Zweifel gehabt, ob ich das machen möchte. Immerhin war sie immer nur ein Transporter. Erstanmeldung in Vorarlberg, dann verkauft nach Tirol, um über 15 Jahre lang als Bäckerfahrzeug zu dienen. Das Wipptal auf und ab fahren und Semmeln liefern. Und Schwarzbrot. Dann verkauft und von zwei Tiroler Buben halbwegs freizeittauglich ausgebaut, und mit diesem halbwegs tauglichen Ausbau bin ich nun seit 2015 gereist. Vier Jahre Intensivreisen aus Kartonschachteln… nein, die Entscheidung war richtig. Jetzt machen wir Camping.

Die Entscheidung zum Camper Ausbau brachte die nächste Entscheidung mit: Ausbau a la Westfalia und Co oder was völlig Individuelles? Nachdem Carissima kein Hochdach hat, werde ich im Auto nicht kochen. Gebückte Haltung eignet sich für Großküchen mit Chef, nicht für das Abenteuer 😉 Also ein richtig individueller Ausbau mit jeder Menge Stauraum, aber ohne fest verbauter Kochgelegenheit. Ideen dazu habe ich auf Pinterest gesammelt und dann an Meister Stefan herangetragen, der schon mehrere Bullis und andere Fahrzeuge individuell ausgebaut hat. Mit an Bord ist Wolfi, der Automechanikermeister ist und alles weiß, was der Tischlermeister nicht mehr weiß – und so ging es los.

      

 

Bulli Camper Ausbau: Welche Scharniere

Wenn es nun an die Türen der Campingschränkchen geht, stellt sich die Frage, welche Scharniere man möchte, welche praktisch sind. Eine Frage, die ich mir im Alltagsleben noch nie gestellt habe. Es interessiert mich auch, ehrlich gesagt, sehr wenig, welche Scharniere in meinen Küchenschänken verbaut sind, Hautsache, die Türen der Schränke lassen sich öffnen!
Nun sieht die Welt anders aus, ich darf probieren und entscheiden und habe keine Ahnung, was ich will. Meister Stefan möchte Stangenscharniere probieren, weil diese leicht und preisgünstig sind und wir bei beidem, also bei Gewicht und Ausgaben, bisher eher verschwenderisch waren.

Das stellt sich jedoch als Fehlentscheidung heraus, die Dinger sind fix montiert und nach zwei Fehlbohrungen werfen wir beide die Nerven weg. Mittlerweile ist es rechtschaffen eng geworden im Auto, irgendwann muss man IRGENDWAS fix verschrauben und dann kommt man an gewisse Stellen nicht mehr elegant heran. Es gilt also, Scharniere zu finden, die korrekt eingestellt werden können und trotzdem einen guten Öffnungswinkel der Türen zulassen, was nicht bei allen Topfscharnieren der Fall ist. Ein Grund, warum wir uns per se gegen Topfscharniere entschieden hatten.

Entscheidung zurückgenommen – wie war das nochmal „Erwachsen ist, wer Fehler zugeben kann“ – und andere Scharniere probiert. Alles dazu im nächsten Blogbeitrag zum Thema Bulli Camping Ausbau Teil 6 und hier geht es zurück zur Übersicht „Mit dem Bulli in die USA“!